Sachlage zur Jahrhundertwende 1900
Die soziale Absicherung war sehr bescheiden. Die Familie sorgte für Pflege, wenn ein Familienmitglied krank wurde. Der Haushalt musste weiter besorgt werden und der
Ehemann durfte nicht von der Arbeit fern bleiben. Dies galt für den Arbeitsplatz in Handwerk und Gewerbe wie auch für die eigene Landwirtschaft. Ein Anspruch auf Urlaubs- oder Pflegezeit, wie heute,
bestand nicht. Die Familien waren kinderreich. Jede Frau gebar im Durchschnitt mehr als vier Kinder
Gründung des Krankenpflegevereins als Antwort
Die Lage um 1902 bewogen Bürgermeister, Pfarrer, Ärzte und Industrielle, den Verein 1903 zu gründen und zu
fördern.
Die Taxe beträgt für Mitglieder:
für einen vollen Tag 50 ₰
für einen halben Tag 25 ₰
für eine Stunde 10 ₰
für eine Nachtwache 60 ₰
für einen Tag & 1 Nacht zus[ammen] 1 M.
Nichtmitglieder zahlen das doppelte. Unbemittelten kann die Taxe ganz oder teilweise vom Ausschuß nachgelassen werden.
Zeit des Nationalsozialismus
1933, in der Zeit des Nationalsozialismus, kommt das Vereinsleben praktisch zum Erliegen. Der Verein ist damals kein eingetragener Verein und kann so real weiter existieren. Er kann aber nicht aktiv
werden und auch keine neuen Mitglieder werben.
Nachkriegszeit
Nach zwölfjähriger Einschränkung der Tätigkeit kann der Verein ab 1945 wieder aktiv werden. Er erreicht im Jahr 1998 seinen Wachstums-Höhepunkt mit 3000 Mitgliedern.
Die wirtschaftliche Entwicklung, neue Erkenntnisse in der Medizin und gesellschaftliche Veränderunge lassen die Krankenpflegevereine nicht unberührt. Schon bald nach dem Krieg beginnt der allgemeine Wohlstand zu steigen. Eine reichere und üppigere Ernährung, eine bessere Wohnung, Urlaub mit Reisen, ein Auto werden selbstverständlich. Die Lebensbedingungen in hygienischer und medizinischer Sicht besserten sich ebenfalls.
Krankenpflegevereine als Fördervereine
Die Lebenserwartung steigt bis heute weiter an. Für die Entwicklung der Bevölkerung ist der demographische Wandel jedoch bedenklich. Die Kosten für die Pflege werden daher in Zukunft stärker
ansteigen als das all-gemeine Einkommen. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist sehr knapp kalkuliert und wird die Pflegekosten nicht vollständig decken: Zuzahlung ist erforderlich.
Krankenpflegevereine sehen ihre neuen Aufgaben nicht mehr in der Pflege selbst. Die meisten können dies heute wegen des damit verbundenen Aufwands nicht mehr leisten. Aber sie können die professionell arbeitenden Pflegeeinrichtungen, in Sindelfingen die Ökumenische Sozialstation, über die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung hinaus unterstützen.
Im Jahre 1998, als der Höchststand in der Zahl der Mitglieder erreicht war, hatten sich schon einige Voraussetzungen grundlegend geändert, die die Entwicklung des Vereins bis heute nachhaltig beeinflussen.
Zwei Ereignisse sind es, die seit 1970 Einfluss auf die Mitgliederentwicklung genommen haben:
Die Aufgabe der Krankenpflegevereine hat sich dadurch grundlegend gewandelt. Sie sind heute Fördervereinene.
Es ist nicht mehr das Angebot der Pflege, welches sie ihren Mitgliedern machen. Heute ist es die Qualität der Pflege, für welche sich die Vereine einsetzen.
Die Krankenpflegevereine in Sindelfingen werden daher in Zukunft ihre Bedeutung aus folgenden Leistungen beziehen:
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Unterhalten Sie Ihren Besucher! Machen Sie es einfach interessant und originell. Bringen Sie die Dinge auf den Punkt und seien Sie spannend.